Flugberichte

Hier präsentieren wir Flugberichte von unseren Vereinsmitgliedern. Hast du selber einen Bericht, den wir hier veröffentlichen dürfen? Der nimmt ihn gerne entgegen.

Korsika (von Viktor Strausak)

Spannender Reisebericht mit hilfreichen Informationen für die eigene Reiseplanung.

PDF-Dokument Bericht Korsika 15 MB

FGZO-Flyout Südfrankreich (von Markus Malloth)

Mit 4 Cessna 172 nach Südfrankreich.

PDF-Dokument Bericht FGZO-Flyout Südfrankreich 1.4 MB

Italien-Slowenien (von Viktor Strausak)

Spannender Reisebericht mit hilfreichen Informationen für die eigene Reiseplanung.

PDF-Dokument Bericht Italien-Slowenien 1.6 MB

Sizilien (von Viktor Strausak)

Spannender Reisebericht mit hilfreichen Informationen für die eigene Reiseplanung.

PDF-Dokument Bericht Sizilien 4.0 MB

Norwegen (von Viktor Strausak)

Spannender Reisebericht mit hilfreichen Informationen für die eigene Reiseplanung.

PDF-Dokument Bericht Norwegen 3.9 MB

Griechenland (von Hans-Peter Keller)

Spannender Reisebericht mit hilfreichen Informationen für die eigene Reiseplanung.

PDF-Dokument Bericht Griechenland 1.9 MB

Palma/Venedig (von Viktor Strausak)

Spannender Reisebericht mit hilfreichen Informationen für die eigene Reiseplanung.

PDF-Dokument Bericht Palma/Venedig 4.5 MB

Kroatien/Italien (von Viktor Strausak)

Spannender Reisebericht mit hilfreichen Informationen für die eigene Reiseplanung.

PDF-Dokument Bericht Kroatien/Italien 1.6 MB

Altiport Courchevel (von Barbara Kehl und Benno Breit)

Ein eindrücklicher Bericht vom Ausflug zu einem nicht ganz alltäglichen Flugplatz...

PDF-Dokument Bericht Courchevel 701 KB

Griechenland (von )

Fünf kleine Speckianer planen ein Olympia-Flyout... und da war es nur noch einer. Und da es alleine auch weniger Spass macht, bin ich dann auch erst am Freitag losgeflogen. Ich wollte in einem Tag nach Griechenland kommen, daher habe ich die Legs möglichst direkt geplant und nicht unbedingt nach landschaftlicher Schönheit.

Tankstopp in Portoroz (LJPZ)

Das erste Leg führte mich vom Speck über die Alpen via Bozen und Aviano nach Portoroz in Slovenien. Eigentlich wäre ich lieber direkt nach Pula geflogen, da aber Kroatien kein Schengen-Staat ist, können wir Kroatien nicht direkt vom Speck aus anfliegen. Ich bin also nach der TMA Zürich auf FL115 gestiegen, grob Walensee Prättigau nach Bozen und weiter Richtung Aviano geflogen. Durch die CTR Aviano gibt es eine VFR-Route, die jedoch in geringer Höhe verläuft (ca. 1000 ft AGL). Das ist aber sehr unpraktisch, weil man dann innert weniger Meilen um die 10'000 ft Höhe «vernichten» müsste. Also habe ich mir gedacht, ich probier's mal, ob ich die Bewilligung kriege, direkt zu fliegen. Letztes Jahr ging das auf jeden Fall problemlos. Dieses Jahr hat die Übergabe von Padova Info nach Aviano überhaupt nicht reibungslos geklappt. Padova hat mir verschiedene Frequenzen gegeben, auf denen entweder keine Verbindung zustande kam, oder die mein Radio nicht kann (kann keine militärischen 273 MHz Frequenzen). Nachdem sich Padova dann doch bequemt hat, mal in Aviano anzurufen, war dann doch alles kein Problem mehr und ich konnte auf dieser Höhe einfliegen und danach mit vernünftiger Sinkrate absinken.

Anflug und Landung in Portoroz war dann trotz der etwas böigen Winde kein Problem. Der Flughafen in Portoroz ist sehr gut organisiert. Als ich gesagt habe, dass ich nur kurz tanken will, liess man mich erst den nächsten Flugplan aufgeben (wobei keine Stunde Vorlauf nötig war!), dann konnte ich einreisen, tanken, bezahlen, ausreisen und wieder abfliegen. Vom Touchdown bis zum Gear up waren es nicht mal eine Dreiviertelstunde!

Der Weiterflug der Küste entlang nach Dubrovnik war dann kein Problem. Die VFR-Adria-Routen führen von Insel zu Insel und sind leicht zu finden. Ich hab mir nicht mal die Mühe gemacht, das GPS richtig zu programmieren. ATC in Kroatien funktioniert sehr professionell.

In Dubrovnik habe ich den zweiten Tankstopp eingelegt. Das Zauberwort heisst übrigens «Technical Landing». Dann kostet die Landetaxe nur die Hälfte. Für den Weiterflug durch serbischen und albanischen Luftraum muss man, auch wenn man VFR fliegt, eine IFR-Route filen. Die kennen das Konzept VFR anscheinend nicht wirklich. Also habe ich MOKUN TIBRI BIGLO RODON GRIBA PITAS nach Kerkyra (Korfu) LGKR auf FL085 (da fliegt die Arrow am effizientesten) gefiled. Diese Route ist aber nur wirklich mit dem Steigwinkel des Spaceshuttle fliegbar, also schickt mich Dubrovnik direkt nach RODON mit der Ermahnung, so schnell wie möglich zu steigen und übergibt mich an Podgorica Radar. Podgorica will nur einen Estimate nach RODON haben. Kurz vor Ablauf des Estimates übergibt mich Podgorica an Tirana Radar. Tirana cleared mich direkt nach PITAS und gibt mir die Frequenzen von Korfu. Das wars. Vielleicht vier Funksprüche für einen anderthalbstündigen Flug. Die Route führte grösstenteils in Sichtdistanz der Küste über die Adria. Kurz vor Kerkyra führte sie dann nochmals bei Vlora über Land. Da gabs dann auch einige Quellbewölkung, der ich ausweichen musste. Anflug und Landung auf Kerkyra war dann wieder kein Problem. Ausser, dass sie den VFR Traffic unter 2000 ft AGL haben wollen und deshalb der Funkverkehr zum TWR manchmal wegen Abschattung durch das Gelände abbricht. Der Flugplatz Kerkyra liegt mitten in der Stadt!

So sieht schlechtes Wetter in Korfu (LGKR) aus.

Ich bin fast eine Stunde vor meiner Zeitplanung um 17 Uhr Lokalzeit gelandet. Da habe ich den Flieger verzurrt und eingepackt. In Korfu brauchts einen Handling Agent. In Griechenland muss man einen Handling Agent nehmen, wenn man das offeriert kriegt. Dies macht Olympic Handling. Die Preussen mögen die Bürokratie zwar erfunden haben, aber die Griechen haben die Preussen längst überholt. Seit die staatliche griechische Fluggesellschaft privatisiert wurde, sei es anscheinend noch bürokratischer geworden, meinte der Handling Agent. Die AOPA hat aber recht vernünftige Gebühren ausgehandelt. Man sollte als unbedingt, falls vorhanden, einen AOPA Ausweis oder eine Bestätigung, dass es sich um einen Aeroclub-Flieger handelt, mitnehmen. So habe ich knapp 21 Euro bezahlt. Der Versuch, diesen Betrag mit der Kreditkarte zu bezahlen, ist aber kläglich gescheitert. Landetaxe muss man, wenn man alleine unterwegs ist, lustigerweise nicht bezahlen. Meinen Ausweis wollte auch keiner sehen, trotz Schengen-Aussengrenze.

Vom Hoch ins Tief... und es ging trotzdem nicht schief. Ich bin bei einem QNH von 1026 im Speck gestartet und in Kerkyra bei 1006 gelandet.

Für meinen Weiterflug am Sonntag nach Megara wählte ich wieder meine Standardroute via VOR KRK, PARNA, GARTA, ELVAS, IXONI, NDB KOR, die Insel Dapori nach Megara. Ich musste zweimal einer kleinen Quellwolke ausweichen, ansonsten flog ich schnurgerade auf 6500 ft von Kerkyra nach Megara. Der internationale Flughafen von Athen (LGAV) liegt ca. 20 km östlich vom Stadtzentrum. Es ist zwar möglich, als GA-Flugzeug dahin zu fliegen, aber ohne drei- bis vierstelligen Eurobetrag kommt man da kaum weg. Die AOPA hat sich bemüht, eine Lösung für die GA nach dem Abbruch des alten Athener Flughafen Hellenikon zur Olympiade zu finden. Diese wurde auch gefunden, und zwar in der zivilen Mitbenutzung der Army Base Megara LGMG. Diese liegt etwa 30 km westlich des Stadtzentrums von Athen. Dieser Platz ist aber PPR. Im Bottlang steht 48 HR, bei einem Anruf wurde ich belehrt, das heisse zwei Arbeitstage, gedauert hat es dann etwa eine Woche. Da mag sich jetzt jeder selber was dabei denken. Die Bewilligung wird aber quasi immer gewährt, es ist nur eine lästige Formalität. Der Platz verfügt auch über einen riesigen Apron, auch längeres Abstellen ist möglich (für 7.35 Euro/Tag für Nicht-EU-Flugzeuge). Leider ist der Platz nicht so gut ans Verkehrsnetz angebunden. Man kann entweder per Taxi nach Athen fahren (ca. 60 Euro) oder sich mit dem Taxi (ca. 12 Euro) zum Bahnhof Megara fahren lassen und da den Zug in die Innenstadt nehmen (2 Euro). Der Zug fährt aber nicht sehr häufig, etwa einmal pro Stunde und die Fahrt dauert auch fast eine Stunde. Am besten steigt man an der Station Larissa wieder aus, da gibts eine Anbindung an die U-Bahn-Linie 2.

Am darauffolgenden Freitag galt es dann wieder, den Rückflug anzutreten. Mein erstes Leg sollte mich nach Zakynthos LGZA führen. Da LGZA nur unregelmässige Öffnungszeiten hat, ist gemäss AOPA Griechenland 24 h PNR nötig. Wir haben zwar einen Fax dahin geschickt, aber keine Antwort darauf bekommen, auch gelang es uns nicht, eine Antwort auf einer der publizierten Telefonnummern zu kriegen. So blieb mir ein etwas mulmiges Gefühl, nicht wirklich sicher zu sein, dass mein Zielflugplatz auch offen ist. Andererseits wird LGZA von etlichen Linienmaschinen am Freitag angeflogen, daher nahm ich an, dass der Platz offen ist. Da es in LGZA kein AVGAS gibt, habe ich in Megara noch 39 Liter Treibstoff in zwei Armeekanistern eingeladen. Der Flugweg führte mich, da über den Bergen des Peloppones tiefe Quellwolken lagen, nicht direkt, sondern der nördlichen Peloppones-Küste entlang, dann über Araxos nach Zakynthos.

Crewzuwachs in Zakynthos (LGZA)

Tatsächlich, LZGA hatte offen, und nach der problemlosen Landung wurde ich sofort vom sehr freundlichen Handling Agent empfangen. Als Sohn eines Schweizers und einer Engländerin sprach er perfekt Englisch und natürlich griechisch. Ich schilderte ihm mein Vorhaben. Christopher hat sich netterweise in die Air Berlin Maschine von Zürich nach Zakynthos gesetzt, um mit mir zusammen zurück in die Schweiz zu fliegen! Ich bat ihn also, «meinen Captain» direkt von der Air-Berlin-Maschine abzuholen, damit er nicht ein- und gleich wieder ausreisen musste. Dies hat er dann perfekt organisiert, während ich die Treibstoffkanister in die Flügeltanks gekippt habe. Interessanterweise mussten wir weder Landetaxen noch Handlinggebühren bezahlen.

Vor dem Abflug galt es noch, einen Flugplan aufzugeben. Erst sollten wir den telefonisch beim Tower aufgeben, doch als die TWR-Lotsin verstanden hatte, dass wir ins Ausland fliegen wollten, bestand sie darauf, dass wir persönlich vorbeikommen und dann den Flugplan beim Telecommunications Office vorbei bringen, dessen Aufgabe es dann war, den Flugplan an Kroatien, Albanien und Serbien-Montenegro (die durchflogenen FIRs) zu übermitteln. Alles in allem haben wir dann doch noch viel Zeit auf dem Flugplatz verbracht.

Griechische Inselwelt

Christopher flog das nächste Leg nach Dubrovnik. Er flog erst über die ionischen Inseln Kefallina und Korfu, dann der albanischen Küste entlang nach Dubrovnik. Das Wetter der Küste entlang war ausgezeichnet. Strahlender Sonnenschein und einige Quellwolken auf etwa 2'000 ft. Über den Bergen waren die Quellwolken dichter und zum Teil aufliegend.

Da wir das Wetter über die Alpen als recht kritisch einschätzten und unsere Chancen, es über die Alpen zu schaffen, am Morgen grösser als am Nachmittag ansahen, wollten wir am Freitag möglichst nah an die Alpen heranfliegen. Allerdings war es bei der Landung in Dubrovnik schon 18 Uhr (Lokalzeit). Wir haben daher mal in Pula angerufen, um uns nach dem Wetter, den Öffnungszeiten und der Möglichkeit, NVFR dahin zu fliegen, zu erkundigen. Die TWR Besatzung hat uns sehr nett über die NVFR-Prozeduren in der FIR Kroatien informiert, ebenso über die Öffnungszeiten (bis 22 Uhr LT) und das Wetter. Wir haben uns daher entschlossen, möglichst zügig das Flugzeug aufzutanken und NVFR nach Pula LDPL zu fliegen. Bei der Flugplanaufgabe gab es dann aber noch etwas Konfusion. Während Pula TWR bestätigt hatte, dass wir auch die VFR-Route Adria filen könnten, bestand Dubrovnik darauf, eine IFR-Route zu filen. Nun, uns war es eigentlich egal, wie wir fliegen würden - so haben wir einfach gefiled, was Dubrovnik wollte, die ATC unterwegs hat uns dann sowieso anders geroutet.

Wir sind also kurz nach 19 Uhr wieder in Dubrovnik zu unserem Nachtflug der kroatischen Küste entlang nach Pula gestartet. Wir haben im Flug das Einnachten erlebt, wie die untergehende Sonne das Meer und die Inseln in wunderschönes rotes Licht getaucht hat. Was wir allerdings nicht bedacht haben, war, dass diese Nacht Leermond war. Das war aber kein Problem, da die Lichter an der Küste den Weg sehr gut markiert haben. Wir sind dann kurz nach 21 Uhr in Pula gelandet. Und es war sogar noch möglich, um diese Zeit zu tanken!

Am Samstag wollten wir zurück in die Schweiz. Die Wettersituation war aber leider eher schwierig. Die Atmosphäre war sehr feucht. Ausserdem ist es seit Schengen schwierig geworden, aus einem Nicht-Schengen-Land in die Schweiz einzureisen. Wir haben uns daher zu einem schrittweisen Vorgehen entschieden. Wir haben einen Flugplan nach Zürich gefiled. Unser Flugweg führte uns über Bozen und Samedan. Wir beurteilten an beiden En-Route Alternates, ob wir da landen könnten, und flogen nur weiter, falls dies möglich gewesen wären. So sind wir dann doch problemlos nach Zürich gekommen.

Das letzte Leg in den Speck war dann noch ein Heimspiel.

Zusammenfassend ist Griechenland zwar etwas bürokratisch, man wird aber durch meist schönes Wetter und eine wunderschöne Landschaft mit Inseln, Bergen, Stränden und dem Meer entschädigt. Auch das griechische Essen ist nicht zu verachten. Insbesondere der September/Oktober ist sehr attraktiv, da zwar die ärgste Sommerhitze vorbei ist, die Temperaturen aber immer noch sehr angenehm in den oberen 20 °C liegen, das Land wieder grüner wird und die ärgsten Touristenströme wieder zu Hause sind. Deshalb ist es auch kein Problem, kurzfristig Hotelzimmer zu kriegen.